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Hier soll ein kurzer Überblick über die Geschichte des Badewesens gegeben werden. Baden hat eine jahrtausend alte Tradition. Wahrscheinlich nahmen Menschen ein Bad, seit es Menschen gab. Einen Höhepunkt erreichte das Badewesen im kaiserlichen Rom. Erwähnenswert ist die Therme des Caracalla, die best erhaltenste in Rom. Aber auch in Deutschland gibt es etliche Zeugnisse römischer Badekultur. In Badenweiler wurde im Jahr 1784 die Badruine ausgegraben, und bereits damals erkannte Wilhelm Freiherr von Edelsheim die Bedeutung dieser Ruine und verhinderte so weiteren Steinraub. |
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Römische Badruine in Badenweiler |
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Doch das Römische Badewesen erlitt bis zum
5. Jahrhundert nach Christus seinen Niedergang. Baden hatte zwar
immer einen gewissen Stellenwert, so gab es im 14. bis 15. Jahrhundert
in etlichen größeren Städten öffentliche Badestuben.
Diese Anstalten waren mitunter an geprüfte Bademeister, die
Bader, verpachtet. Das Badewesen erreichte also nochmals eine gewisse
Bedeutung. Großer Wunsch war natürlich, durch Baden zu
neuer Kraft oder gar ewig währender Jugend zu gelangen, was
in dem bekannten Bildnis „Jungbrunnen“ von Lucas Cranach
d. Ä. von 1546 dargestellt ist. |
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In früheren Zeiten des Mittelalters war das gemeinsame Baden von Männern und Frauen durch kirchliche Gesetze verboten, dementsprechend gab es vielerorts Frauen- und Männerbäder, wie übrigens auch zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit der Zeit der Kreuzzüge setzte man sich jedoch zunehmend darüber hinweg. In zeitgenössischen Darstellungen wurde das Baden als „ungetrübte sonnige Lebens und Liebeslust“ dargestellt, bis das schwärzeste Unheil wie ein unabwendbares Verhängnis einbrach: Kriege, Pest und Syphilis. Damit versank das Badewesen im Laufe weniger Jahrzehnte zu fast völliger Bedeutungslosigkeit. |
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Das moderne Badewesen fand seinen Ursprung im 19.
Jahrhundert. Im Zuge der beginnenden Industrialisierung wuchsen
die Städte schnell und die engen Quartiere hatten keine Bäder.
So entstanden – wie auch das ursprüngliche Vierordtbad
– öffentliche Badeanstalten, die im Wesentlichen aus
Wannenbädern mit Duschen bestanden. Erst mit Beginn des 20.
Jahrhunderts wurden diese Anstalten mit Beckenbädern, streng
nach Männer und Frauen getrennt, ausgerüstet. Der beginnende
Einsatz von Chlor verhinderte dabei die Übertragung von Krankheiten.
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Das Friedrichsbad in Karlsruhe, ca. 1905 |
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In Karlsruhe existierte in der Kaiserstraße
136 das von dem Privatmann C. A. Lepper betriebene Friedrichsbad
bis zu seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg. Eröffnet wurde
dieses Bad, das bereits über eine Schwimmhalle mit den Massen
22 x 9 Meter verfügte, am 7. Juli 1888. Dieses Bad wurde mit
Zuschuss von der Stadt betrieben. Im Friedrichsbad wurden neben
der Schwimmhalle Wannebäder 1. und 2, Klasse angeboten. Es
gab Pläne, das Friedrichsbad um ein weiters Bassin für
Frauen zu erweitern. |
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Badeanstalt Durlach ca. 1910 |
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Die Freibäder in Karlsruhe haben wie das Vierordtbad
eine lange Tradition. So befand sich in Durlach an dem Platz des
heutigen Turmbergbads ab etwa 1900 bereits eine Badeanstalt mit
zwei Becken getrennt nach Männer und Frauen. Die Becken wurden
aus der Pfinz gespeist. Beachtlich ist, dass dieses Wasser bereits
über ein schwarz gestrichenes betoniertes Kanalsystem mit Sonnenenergie
vorgewärmt wurde. |
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Solarer Wasservorwärmer ca. 1910 |
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Das Rheinhafenbad entstand an der Stelle des Städtischen
Sonnenbads. Das bekannteste Karlsruhe Freibad ist jedoch das Rheinstrandbad
Rappenwört, das im Juli 1929 eröffnete. Errichtet wurden
an einem vom Rhein durchströmten Naturbecken die im Baushausstil
gestalteten Umkleidegebäude. Im Naturbecken wurde bis in die
60. Jahre des 20. Jahrhunderts gebadet. Ab 1964 stand das Wellenbecken
und das direkt daneben liegende große Mehrzweckbecken der
Bevölkerung zur sommerlichen Erfrischung zur Verfügung. |
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Das Rheinstrandbad Rappenwört ca. 1935 |
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